
In der industriellen Fertigung unterscheidet sich die Luftfiltration grundlegend von klassischen Gebäude-RLT-Anwendungen. Prozessluft muss häufig unter erschwerten Bedingungen aufbereitet werden: hohe Staubkonzentrationen, aggressive Medien, Ölnebel, Lösungsmitteldämpfe oder Temperaturen weit jenseits der üblichen Betriebsgrenzen konventioneller Filter. Gleichzeitig stellen Arbeitsschutzvorschriften und Emissionsgrenzwerte hohe Anforderungen an die Abluftfiltration. Wer hier mit Standardfiltern arbeitet, riskiert kurze Standzeiten, häufige Wechsel und im schlimmsten Fall Produktionsunterbrechungen.
HS-Luftfilterbau entwickelt und fertigt seit über 50 Jahren am Standort Kiel Filterlösungen für die unterschiedlichsten industriellen Anforderungen – vom robusten Grobstaubvorfilter über eigensteife Prozesstaschenfilter und Hochleistungskompaktfilter bis hin zu Hochtemperatur-Schwebstofffiltern und abreinigbaren HEPA-Filtern für ATEX-Bereiche. In Kombination mit modularen Gehäusesystemen und mobilen Filtereinheiten lassen sich Filtrationssysteme realisieren, die exakt auf die jeweilige Produktionsumgebung zugeschnitten sind.
In der Gebäudelüftung geht es primär um die Filtration von Außenluft mit moderaten Staubkonzentrationen nach ISO 16890 und VDI 6022. In der industriellen Prozessluftfiltration sind die Rahmenbedingungen andere: Die Zuluft für Lackierkabinen, Oberflächenbehandlungsanlagen oder Prüfstände muss oft hohe Reinheitsgrade erreichen, während gleichzeitig die Abluft aus Schweiß-, Löt- oder Schleifprozessen Konzentrationen an Partikeln, Aerosolen oder Gasen enthält, die um ein Vielfaches über den Werten in der Gebäudelüftung liegen.
Die Folge: Industriefilter müssen nicht nur hohe Abscheidegrade liefern, sondern auch mechanisch robust, temperaturbeständig und chemisch widerstandsfähig sein. In explosionsgefährdeten Bereichen kommen zusätzlich ATEX-Anforderungen an elektrostatische Ableitfähigkeit hinzu. HS-Luftfilterbau bietet für jede dieser Anforderungen passende Lösungen aus eigener Entwicklung und Fertigung.
Die Klassifizierung der Vor- und Feinstaubfilter erfolgt nach ISO 16890 (Klassen ePM10, ePM2,5, ePM1), die der Schwebstofffilter nach EN 1822 / ISO 29463 (Klassen E10 bis U17). In der Praxis wird in industriellen Zuluftanlagen häufig ein zweistufiges Konzept eingesetzt: Vorfilter der Klasse ePM10 oder ePM2,5, gefolgt von Feinstaub- oder Schwebstofffiltern je nach Reinheitsanforderung des Prozesses.
Die Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS 900) definieren Arbeitsplatzgrenzwerte für Stäube und Aerosole, die durch entsprechende Abluftfiltration eingehalten werden müssen. Die TA Luft regelt die Emissionsgrenzwerte für Industrieanlagen. Beide Regelwerke bestimmen maßgeblich die Anforderungen an die Abluftfiltration in Produktionshallen, Lackieranlagen und bei der Metallbearbeitung.
In Bereichen, in denen entzündliche Stäube oder Gase auftreten können, gelten die ATEX-Richtlinie 2014/34/EU und die Betriebssicherheitsverordnung. Filter in diesen Zonen müssen elektrostatische Aufladungen sicher ableiten können. Die HS-Strongshield Filtertechnologie von HS-Luftfilterbau bietet hierfür eine spezielle Lösung: Das Filtermedium ist staubluftseitig elektrisch leitfähig, sodass sich keine zündfähigen Potentiale auf der Filteroberfläche bilden können.
Lackierkabinen, Oberflächenbehandlungsanlagen und Beschichtungsprozesse benötigen partikelfreie Zuluft, um Einschlüsse, Fehlstellen und Ausschuss zu vermeiden. Je nach Anforderung kommen Taschenfilter der Klassen ePM2,5 oder ePM1, Kompaktfilter wie der HS-Makro F oder bei höchsten Anforderungen EPA-/HEPA-Filter zum Einsatz. Für Turbomaschinen und Oberflächentechnik bietet HS-Luftfilterbau mit den HS-Pak 55 Extreme und HS-Pak 65 Extreme eigensteif geschweißte Prozesstaschenfilter, die auch bei variierenden Volumenströmen minimale Betriebsdrücke und maximale Produktsicherheit gewährleisten.
Schweiß- und Lötrauch, Schleifstaub, Farbnebelreste und andere Produktionsemissionen müssen vor der Abgabe an die Umgebung gefiltert werden. HS-Luftfilterbau bietet mehrstufige Konzepte, die Partikelfilter mit Aktivkohlefiltern kombinieren, um sowohl partikuläre als auch gasförmige Verunreinigungen abzuscheiden. Für die Erfassung und Filtration von Schweiß- und Lötrauch stehen spezielle HS-Kombi-Filterzellen zur Verfügung, die Partikel- und Gasadsorption in einem Element vereinen.
In Trocknungsprozessen, Ofenabluft, Härtereien und bei thermischen Behandlungsverfahren reichen die Betriebstemperaturen weit über die Grenzen konventioneller Filter hinaus. HS-Luftfilterbau fertigt Hochtemperatur-Schwebstofffilter auf Basis der HS-Mikro S Baureihe mit Aluminium-Separatortechnik, die je nach Ausführung bis 120 °C oder bis 250 °C betrieben werden können – bei voller Luftfeuchtigkeit bis 100 % r.F. Diese Filter sind einzelgeprüft nach EN 1822 und in den Klassen E11 bis U15 lieferbar.
Die HS-Strongshield Filtertechnologie wurde speziell für anspruchsvolle Prozesse mit besonderen Risiken und Gefahrenpotentialen entwickelt. Das Filtermedium ist durch robuste Schutzschichten aus Polyester beidseitig verstärkt und erreicht eine Medienreißfestigkeit, die bis zu 400 % über der gewöhnlicher Filter liegt. HS-Strongshield Filter sind für Abreinigung mit Druckluft bis 6 bar ausgelegt, ermöglichen bis zu 10.000 Reinigungszyklen und bieten in den Filterklassen bis EN 1822 H14 auch in ATEX-Bereichen ein Höchstmaß an Sicherheit.
Bei der CNC-Bearbeitung, beim Schleifen, Härten und Pressen entstehen Ölnebel und Emulsionsnebel, die Maschinen, Werkstücke und die Hallenluft belasten. Der HS-Fogdrain ist ein selbstdrainierender Ölnebelfilter, der als Ersatzfilter in Absolent-kompatible Anlagen (ODF 1000/2000) passt und eine hohe Aufnahmekapazität bei geringem Druckverlust bietet.
Das modulare HS-Vario CAT Kanalgehäusesystem aus Aluminiumprofilen und verzinktem Stahlblech ist die vielseitige Basis für industrielle Filtrationslösungen. Dank des modularen Konzepts lässt sich das HS-Vario CAT von der einstufigen Arbeitsplatzabsaugung bis zur mehrstufigen Komplettlösung konfigurieren – typische Anwendungen reichen von der Geruchs- und Fettnachfiltration in der Gastronomie über Ölnebelabsaugungen und Abluftfiltration bei VOC-belasteten Prozessen bis zur Zuluftfiltration für Produktionsaufgaben. Das HS-Vario CAT ist für Partikelfilter bis zur Klasse ePM1 95 % ausgelegt. Beide Gehäusesysteme – HS-Vario CAT und HS-Solid CAT – können mit Aktivkohlefiltern wie HS-AKP 26 oder HS-Carbo Pak bestückt und auf Wunsch mit bereits verbauten, regelbaren Lüftern als betriebsfertige Einheit geliefert werden.
Für höhere Filterklassen – insbesondere EPA- und HEPA-Filter ab EN 1822 E10 – steht das HS-Solid CAT Gehäuseprogramm aus geschweißtem Edelstahl zur Verfügung. HS-Solid CAT Gehäuse bieten die nötige Stabilität und Dichtheit für Schwebstoffilterstufen und eignen sich darüber hinaus für korrosive Umgebungen, Sicherheitsanwendungen und Prozesse mit erhöhten Hygieneanforderungen.
Für temporäre Einsätze – etwa bei Sanierungsarbeiten, Havarieabsaugung oder während Umbauphasen – bietet HS-Luftfilterbau mobile Filtereinheiten (Filtermobile), die steckerfertig mit sämtlichem Zubehör geliefert werden und je nach Konfiguration Partikel-, Gas- oder Kombinationsfiltration ermöglichen.
In industriellen Anlagen mit hoher Staubbeladung sind die Filterstandzeiten kürzer als in der Gebäudelüftung. Umso wichtiger ist eine systematische Differenzdrucküberwachung über alle Filterstufen. HS-Luftfilterbau bietet passende Differenzdruckmanometer und Druckaufnehmer als Zubehör, die in alle Gehäusesysteme integriert werden können. Abreinigbare HS-Strongshield Filter mit bis zu 10.000 Reinigungszyklen reduzieren den Filterbedarf in geeigneten Anwendungen erheblich und senken die Betriebskosten.
Sie suchen eine Filterlösung für Ihren Produktionsprozess, eine Lackieranlage oder einen ATEX-Bereich? Unsere Ingenieure beraten Sie bei der Auslegung – von der Konzeptphase über die Bemusterung bis zur Serienlieferung. Kontaktieren Sie uns für eine individuelle Beratung und ein projektbezogenes Angebot.