
Seit die ISO 16890 im Jahr 2018 die EN 779 abgelöst hat, ordnen Betreiber Luftfilter nach ePM1, ePM2,5 und ePM10 ein. Die feinere Einteilung schafft Genauigkeit und wirft in der Praxis neue Fragen auf.
Die EN 779 kannte neun Klassen: G1 bis G4 für Grobstaub und F5 bis F9 für Feinstaub. Die ISO 16890 erlaubt durch die Kombination von ePM1, ePM2,5 und ePM10 mit Effizienzstufen in 5-Prozent-Schritten (50, 55, 60, 65, 70 % und weiter) theoretisch über 40 Klassifizierungen.
Wo früher ein F7-Filter bestellt wurde, steht heute die Frage, ob ePM1 60 % genügt, wenn ein Mitbewerber ePM1 65 % anbietet.
Die Prüfmethode nach ISO 16890 streut bei Wiederholungsmessungen um mehrere Prozentpunkte. Ein Filter, der heute mit 62 % ePM1 gemessen wird, kann im nächsten Test 59 % oder 65 % erreichen. Hinzu kommen chargenabhängige Toleranzen des Filtermediums. Die Stufung in 5-Prozent-Schritten (55, 60, 65 %) ist eine Konvention der Norm.
Ein Filter der Klasse ePM1 60 % und ein Filter der Klasse ePM1 65 % können daher aus demselben Filtermedium bestehen und zu verschiedenen Zeitpunkten geprüft worden sein.
In Standard-Lüftungsanlagen mit mitteleuropäischer Außenluft (PM1-Konzentration von 5 bis 20 µg/m³) wirken sich ePM1 55, 60 und 65 % kaum aus:
Durch Staubanlagerung steigt die Abscheideleistung im Betrieb. Ein Filter mit ePM1 60 % liegt nach einigen Wochen deutlich über seinem Anfangswert. Die Anfangseffizienz bildet den Zustand beim Einbau ab, die Betriebsrealität zeigt sie nicht.
In diesen Fällen lohnt der genaue Blick auf die Effizienzstufe:
Für diese Anwendungen führen wir eine detaillierte Auslegungsberechnung durch.
Bei normalen RLT-Anlagen wiegen diese Faktoren mehr als 5 Prozentpunkte Effizienz:
Wenn jemand argumentiert, 65 % sei besser als 60 %, helfen drei Fragen:
In den meisten Fällen steht der Aufwand der Diskussion um 5 Prozentpunkte in keinem Verhältnis zum praktischen Nutzen.
Die ISO 16890 betrachtet Partikelgrößen genauer als die EN 779. Die Vielzahl an Klassen darf keine Scheingenauigkeit erzeugen. Für ehemalige F7-Anwendungen in der normalen Gebäudelüftung sind ePM1 55, 60 und 65 % funktional weitgehend gleichwertig. Entscheidend ist die Auslegung des gesamten Filtersystems.
Passende Typen finden Sie unter Taschenfilter und Kompaktfilter. Die Information steht auch als Download bereit: Diese Information als Download.